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Jahresbericht des Präsidenten zum Vereinsjahr 2025

Jahresbericht des Präsidenten zum Vereinsjahr 2025

Am 20. März fand die 165. Generalversammlung im Glassaal des Trafo mit einer in den letzten Jahren unerreichten Anzahl von 56 Mitgliedern statt. Der statutarische Teil ging zügig über die Bühne: Die OG Baden verzeichnet weiterhin einen Mitgliederzuwachs und zählt nun 279 Mitglieder. Aufgrund des Wegfalls des ASMZ-Abos konnte der jährliche Mitgliedschaftsbeitrag auf CHF 50.00 reduziert und gleichzeitig das Budget einiger Anlässe erhöht werden. Zudem wurden neue, leicht überarbeitete Statuten genehmigt. Den hochkarätigen Abschluss des offiziellen Teils bildete das Referat von Botschafterin Pälvi Pulli, stellvertretende Staatssekretärin des SEPOS, die ihre Einschätzung zur Sicherheitspolitik der Schweiz teilte. Die Strategie stützt sich auf zwei Grundpfeiler: Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee und vermehrte Kooperation mit gleichgesinnten Partnern im Ausland.

Ende Mai fand das Pistolenwettschiessen der Offiziersgesellschaft statt. Trotz unsicherer Wetterprognosen und gleichzeitig stattfindendem Feldschiessen fanden 45 Personen den Weg in die Schützenstube in Neuenhof. Bei den Mitgliedern setzte sich Kassier Hptm Alain Pozzi mit 191 Punkten und komfortablen fünf Punkten Vorsprung durch. Das Podest wurde durch Oblt a D Dominique Becker und Maj Steven Sommer, punktgleich mit Hptm Dominic Steigmeier komplettiert. Bei den Gästen dominierte Michaela Münch klar die Rangliste. Am anderen Ende des Klassements wurde wiederum die traditionsreiche Trophäe des Wurstkranzes vergeben.

Der mittlerweile etablierte Grill-/Neumitgliederstamm Anfang Juli bot den 16 Teilnehmern auf dem Martinsberg-Chänzeli wiederum eine grossartige Plattform zum Austausch und Kennenlernen der in der OG gepflegten Kameradschaft.

Mitte August liessen sich 15 mutige Offiziere am Sportanlass von Freitag auf Samstag an ihre physischen und psychischen Grenzen bringen. Die Durchhalteübung «Grenzen erleben» umfasste ein anspruchsvolles Programm: Schiessen in der KD-Box auf dem Waffenplatz Reppischtal, Schwimmen im Katzensee, Infiltration und Orientierung im unbekannten Zürcher Unterland, Strickleiterhandhabung und Abseilen – und natürlich Marschieren bei Tag und Nacht. Mindestens 28 Kilometer legte jeder Teilnehmer zu Fuss zurück. In besonderer Erinnerung blieb die Sequenz «Aussetzen»: nachts, im Wald, allein, ohne Anhaltspunkt, ohne Handy – nur Karte, Zielort sowie eine gute Portion Müdigkeit und Zweifel am eigenen Orientierungssinn. Vielen Dank an die Übungsleiter Oberstlt i Gst Caspar Zimmermann und Maj Steven Sommer sowie die Übungsleitergehilfen Maj a D Mitch Mülli, Hptm Peter Friedli, Hptm Dominic Steigmeier, Oblt a D Luki Kappeler und Oblt a D Fabian Plüss, welche mit ihrem unermüdlichen Einsatz auch eine kleine DHU durchgestanden haben.

Am 2. Oktober führte die OG Baden den Führungsanlass in der Aula des Schulhauses Burghalde durch. Nach einem Inputreferat von Oberstlt i Gst Matthias Maurer, CEO der Swiss Innovation Forces und Mitglied der OG Baden, wurde der Innovationsprozess durch die 20 Offiziere in kleinen Gruppen unter Anleitung 1:1 erlebt und in verkürzter Weise durchgeführt. So wurden an diesem Abend bereits konkrete Ideen für ein Gefechtsbrett 2.0 entwickelt. Die Diskussionen zwischen Jung und Alt bezogen sich dabei auch auf Aspekte der Digitalisierung, Robustheit und Redundanz im Einsatzfall.

Der Schweizer Wein lockte die Badener Offiziere auch dieses Jahr wieder in die Rathausgasse. Zum ersten Mal fand die traditionelle Weindegustation am 14. November aber in der frisch eröffneten Fassbar statt. In der gewohnten geselligen Runde wurden Weine vom Tessin bis Schaffhausen verkostet. Für Unterhaltung sorgten neben den angeregten Diskussionen unter den Teilnehmern Geschichten aus der Entstehung und dem Umbau der Fassbar. Acht Weine boten ein breites und hochwertiges Spektrum Schweizer Weinkultur.

An der Surprise am 10. Januar 2026 wurden die Offiziere und ihre Begleitungen in die Saline Riburg bei Möhlin entführt. Erneut stand das Thema Versorgungssicherheit im Zentrum. Die autonome Salzgewinnung ist für die Schweiz insbesondere im Winter unentbehrlich, da rund 2/3 des jährlichen Salzvolumen für den Winterdienst eingesetzt wird und so wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verhindert. Der Rundgang führte über alte Bohrtürme, durch die Solegewinnung bis hin zum gigantischen Salzberg unter der grössten freistehenden Holzkuppel Europas.

Das Jahr 2025 war geprägt von einem rapiden Erodieren der regelbasierten Ordnung und sich weiter verschärfenden Bedrohungslage in Europa: Desinformation, Cyberangriffe, Drohnenüberflüge, Sabotage und Spionage sind Alltag geworden. Die Rhetorik Russlands verschärft sich im Gleichschritt mit dem abnehmenden Interesse der USA an einer aktiven Rolle in Europa. Die Armeebotschaft 2025 bildet zwar die Grundlage für Investitionen in Führung, Vernetzung, Boden- und Luftverteidigung, doch das über Jahrzehnte aufgebaute Defizit an Ausrüstung, Bevorratung und Infrastruktur lässt sich nicht über Nacht schliessen und benötigt eine rasche Finanzierungslösung. Ich rufe alle Offiziere dazu auf, die Diskussion mit der nötigen Dringlichkeit in ihre Netzwerke zu tragen und die Forderung nach mehr Mitteln konsequent zu vertreten.

Vor diesem Hintergrund danke ich jedem Mitglied der OG Baden für den persönlich geleisteten Beitrag zugunsten der Sicherheit unseres Landes.

Es lebe die Offiziersgesellschaft Baden!

 

Baden, 19. März 2026

Der Präsident

Maj i Gst Andri Halter